Inhaltsverzeichnis:
- Micha-El Goehre 01.02.
- Armin Sengbusch 12.02.
- Andy Strauß 19.02.
- Sabrina Schauer 26.02.
- Markus Freise 05.03.
- Nadia Ihjeij 12.03.
- Bastian Reichardt 19.03.
- Pascal Hermeler 26.03.
- Tom Schildhauer 02.04.
- Annika Blanke 09.04.
- Marc-Oliver Schuster 16.04.
- Julian Zarncke 23.04.
- Lukas Sparenborg 30.04.
- Michelle Richter 04.05.
- bene kranjc 10.05.
- Matthias Klaß 14.05.
- Matthias Schindekinski 18.05.
Beitrag 4
Endlich angekommen an der "Schicksalhaften Pommesbude".
Tom zieht eine Flunsch. "Ich hab mir das irgendwie anders vorgestellt", murmelt er beleidigt, "irgendwie schicksalhafter und mit Essen!". Tom hat ausnahmsweise Recht. Wir stehen vor einem alten, hölzernen Bushaltestellenhäuschen, das nichts zu bieten hat, außer einer morschen Bank auf die allerlei Kram geschmiert wurde. LECK MISCH FETT, steht da. Ist schon mal ein Indiz auf eine Friteuse. "Ich bin zu Hause!", sagt Judith und ich halte ihren Kopf knapp über den Boden, damit sie ihn küssen kann.
"Aha", sage ich und greife nach einem Holzstiel, der verdächtig an der Wand lehnt und mal ein Besen gewesen sein könnte, damals, als hier noch das Fett vergnüglich blubberte und es weit und breit nach liebevoll gebrutzelten Fritten roch.
"Schau mal, Judith, dein neuer Körper. Das wird jetzt nur ganz kurz weh tun, aber hey, danach kannst du fast wieder selber stehen!", sage ich und stoße ihren Kopf mit einem Ruck auf den Stiel. Judith schreit nicht.
"Hat gar nicht weh getan", sagt sie und lächelt uns an.
Ich finde es bedenklich, wenn Judith lächelt. Sie hat sonst nie einen Grund dafür. Ich denke, es liegt an den überwältigenden Gefühlen der wiedergefundenen Heimat. Sowie bei Heidi damals, als es ihr überhaupt nichts ausmachte zurück zu Grrrrroßvaddern zu gehen und die bunt glitzernde Stadt mit all ihren Partylocations und super hippen Freunden zu verlassen, um den Rest ihres Lebens in der Alpeneinöde mit dem Ziegenpeter zu verbringen. Früher hielt ich dieses Ende immer für sehr unwahrscheinlich. Aber Judith zeigt mir, dass das Fernsehen doch nicht immer lügt.
Ich nehme Judith am Stiel, hat ein bisschen Wanderstockstyle, und stampfe damit neben mir auf.
"Und was machen wir jeeeeeeeeeeeee"
Wir fallen gerade. Nach dem Stockaufstampfen vernahmen wir ein leises Klicken und danach brach unter uns der Boden auf.
"tzt?", bringe ich meine Frage zu Ende, nachdem wir gelandet sind. Natürlich antwortet niemand. Wie das immer so mit den beiden ist. Wenn ich sie nicht direkt anschaue, fühlt sich keiner angesprochen. Ich öffne meine Augen und, siehe da, eine beleuchtete Höhle. Judith am Stock stößt einen gellenden Schrei aus. Ich schaue mich sofort nach Tom um. Es muss etwas Schreckliches geschehen sein. Die Judith schreit sonst nie.
"Tom", sage ich mit verstörter Stimme, "du leuchtest im Dunkeln!"
"Cooool", sagt Tom und wippt gönnerhaft mit seinem Kopf auf und nieder.
"Spuck es aus!", fordert Judith und ich wechsle verwirrte Blicke zwischen den beiden, weil ich mich unwissend und ausgeschlossen fühle. "Na, das Urankaugummi. Du hast es dir ja doch noch in den Mund gestopft!", sagt Judith angeekelt und rollt mit den Augen. Ich hasse es, wenn sie das macht. Klar, sie ist der Kopf der Bande und viel intelligenter als wir, aber das muss sie uns nicht ständig unter die Nase reiben. Immerhin sind wir nicht so dumm, das wir es nicht auch merken würden. Tom würgt und spuckt einen kleinen, zerkauten, neongrünen Klumpen vor unsere Füße.
"Es hat ein bisschen seine Leuchtkraft verloren", stellt Judith fest und würde jetzt sicher ihre Denkerpose einnehmen, mit verschränktem Arm und Hand ans Kinn und so, aber sie hat ja keinen Körper mehr. Sah eh immer total angeberisch aus. Das hat sie nun davon. Hochmut kommt vor dem Fall, fritierte Roboterlady.
"Was guckst du denn sooooo?", fragt Judith in einem gefährlich tiefen Tonfall, "heb mich ma auf. Oder soll ich hier den ganzen Tag rumliegen?" Ich schaue ein bisschen angewidert, ein bisschen fasziniert von dieser Abart der Natur (in diesem Fall ist Natur mit dem Wort Mensch gleichzusetzen, denn hätte ich "von dieser Abart des Menschen" geschrieben, hätte man denken können, ich beziehe Abart auf Judith, aber ich meine ja die Menschen, die Judith fritiert und zu einer Maschine gemacht haben. Nur mal so am Rande bemerkt). Ich hebe die Judith am Stock auf und lehne sie gegen die Wand.
"Du bist jetzt ein Mutant!", stellt Judith fest. Einfach mal so ganz trocken in den Raum gebrochen.
Tom guckt blöd. Dann schweigen wir fünf Minuten.
Plötzlich dreht sich Tom um, schlägt mit der Faust gegen die Steinwand und schreit in einem unglaublich hellen Ton "Neeeeeeiiiiiinnnn!" Ich drücke meine Hände auf meine Ohren und singe Kinderlieder, um mich zu entspannen.
Tom ein Mutant, das ist ja schrecklich. Tom hat ein Loch in die Steinwand geschlagen. Das ist ja fabelhaft.
"Du kannst schreien wie ein Mädchen, bist aber gleichzeitig stark wie ein Bär!", versuche ich die Situation kritisch zu analysieren und etwas Zuspruch mitschwingen zu lassen.
"Habt ihr das auch eben gehört?", fragt Judith und starrt denkend vor sich hin.
"Nöööö", sage ich, "ich hab doch gerade Kinderlieder gesungen, um mich zu entspannen!"
"Ach so", würde Judith abwinken, wenn sie winken könnte, "eigentlich sind Mutationen was Gutes. Das ist wie Superman. Der kommt aus dem Weltall von nem anderen Planeten in seiner Weltraumkapsel hierher geschossen, landet auf nem noch nicht abgeernteten Feld und nutzt seine Superkräfte, um den Menschen zu helfen, obwohl die total sauer auf ihn sind, weil das Feld vor seiner Landung noch nicht abgeerntet war und die Ernte für dieses Jahr jetzt hin ist."
Judiths Augen rollen in meine Richtung.
"Was zur Hölle schreibst du da so wild?", fragt sie.
"Ein Supermann", sage ich begeistert, "da ich da nicht schon früher drauf gekommen bin. Ein Superman, nennen wir ihn ganz willkürlich Tom, kommt auf die Erde und hat Superkräfte mitgebracht. Das könnte mein Durchbruch werden, als Schriftsteller."
"Es heißt nicht EIN Superman, sondern einfach SUPERMAN!", schreit Judith.
"Woher willst du wissen wie es in meinen Gedanken aussieht? In meinem Kopf ist es EIN Superman!", sage ich vehement.
"Weil es nicht in deinen Gedanken so aussieht, sondern in der Gedankenwelt von Warner Brothers und die haben ihre Gedanken schon auf Zelluloid gebrannt, duuuuu"
Die Judith schmollt. Sie ist bloß neidisch, weil mir das eingefallen ist und nicht ihr. Manchmal glaube ich, sie hat angst, dass ich an ihrem Stuhl säge, der Kopf der Bande zu sein.
"Vielleicht sollten wir mal durch das Loch gucken", schlägt Tom vor.
"Sag mal Tom, hat es weh getan, als du das Loch da rein geschlagen hast? Hast du deswegen geschrien oder ... erzähl doch mal. Fühlst du dich auch irgendwie mutiert? Fühlst du dich anders?", frage ich und bin bereit Aufzeichnungen für meine Superman Charakterstudie durchzuführen.
"Nöö", sagt Tom.
"Aha, interessant, interessant", sage ich.
"Könnte jetzt mal bitte jemand meinen Kopf durch das VERDAMMTE LOCH DA STECKEN!", schreit Judith.
"Willst du vielleicht Kinderlieder singen?", frage ich.
Sie fletscht ihre Zähne. Ich bin froh, dass sie körperlos ist.
Tom packt den Stock und schiebt Judiths Kopf durchs Loch.
"Es ist dunkel. Ich kann nix sehen ihr daaa!", mault sie.
Tom streckt seine Hand durchs Loch und bildet eine Faust. Er ist eine von menschlicher Energie angetriebene Taschenlampe. Na ja, und von dem Uran natürlich. Und da sagt man immer Chemikalien wären schädlich. Ist doch eher wie naturbelassenes Menschentuning.Tom zieht Judiths Kopf wieder aus dem Loch hervor.
"Und?", fragen wir beide.
Dann sehen Tom und ich uns an und kichern, weil wir zur selben Zeit, dasselbe Wort gesagt haben.
"Das war also das Geräusch. Sieht ein bisschen aus wie in "The Glasshouse" nur kaputt!", sagt sie.
Ich sehe Tom verwirrt an. Tom starrt einfach vor sich hin.
"So, so", sage ich und tue so als wäre ich der Anführer dieser kaputten Truppe und Finder dieses ominösen Raumes, "die verstecken da einen Scherbenhaufen. Vielleicht sollten wir mal rein gehen und uns das genauer ansehen. Tom, du gehst zuerst."
Tom lehnt Judith an die Wand und schlägt mit einem Lächeln im Gesicht auf die Mauer vor ihm ein.
"Ey", schreit der Kopf am Stiel, "ey, Jungs"
"Jetzt nicht Judith. Tom ist gerade im Blutrausch!", halte ich sie dazu an mal ihre Klappe zu halten.
Warum haben wir eigentlich ihren Kopf mitgenommen und nicht ihren Torso? Das wäre für alle Beteiligten entspannter geworden. Na ja, dann hätten wir ihr noch die Arme und Beine abmachen müssen, aber was macht das schon? In dieser grausamen Welt ist das doch normal.
Tom hält inne und steht schnaufend vor einem zwei Meter mal zwei Meter Loch.
"Warum nehmen wir nicht die Tür da?", fragt Judith vorwurfsvoll.
"Warum wir nicht DIE Tür da nehmen, zeig ich dir gleich mal, Schätzchen", sage ich herablassend und schlendere zur DER Tür hinüber und betätige ihren Knauf, "weil diese Tür nicht auf ..."
Ich stehe vor einer offenen Tür.
"So, so", sagt Judith.
"Das ist nur eine Falle. Wenn ich durch diese Tür gehe, dann werde ich bestimmt in zwei Hälften geteilt, oder noch schlimmer, ich gehe als ICH rein und komme auf der anderen Seite als Superstar wieder heraus!"
Tom kichert wie ein Mädchen, ist aber stark wie ein Bär.
Ich schließe die Tür vorsichtig, nehme Judith am Stock und folge Tom in einer schleichenden Haltung in den Scherbenraum. Tom leuchtet auch hier praktischerweise den ganzen Raum aus. In der Mitte steht ein großer runder Tisch aus massiver Eiche, zwölf Stühle sind um ihn herum drapiert und der Boden ist mit Glasscherben bedeckt.
"Guck mal", ruft Tom begeistert, "ein LCD Fernseher in riesig!"
"Woher weißte, dass das nicht Plasma ist?", frage ich.
"Na weil...", will Tom erklären, doch er wird von der Judikativen, äh, der Judith unterbrochen, "Schön, dass ihr euch so viele extrem wertvolle Gedanken macht, aber die Frage müsste hier eher lauten >Warum hängt ein überdimensionaler Flachbildschirm in einem versteckten Raum, in dem vor Toms Schreianfall irgendwas riesiges aus Glas war?<"
"Schau mal, eine Fernbedienung!", ruft Tom voller Begeisterung.
Habe das ungute Gefühl, das Uran breitet sich langsam in seinem Hirn aus.
Er drückt auf ein paar Knöpfen herum. Plötzlich erscheint ein großer, fetter Mann auf dem Bildschirm. Er sitzt an einem massiven Tisch aus Eiche, die anderen elf Stühle sind leer. Er hat etwas Ähnlichkeit mit Marlon Brando in seinen besten Jahren und hat einen Fett verschmierten Mund. Was an dem Grillhühnchen vor ihm auf dem Teller liegen könnte.
"Man, das war in diesem Raum hier", sagt Tom mit offenem Mund.
"Tschschscht", fordert Judith ihn auf.
"Ihr seid die Elite des nächsten Zeitalters", beginnt der fette Mann im Fernsehen, "ihr seid die Anführer der nächsten Generation", schmatzt er und steckt sich zwischendurch Teile von dem Grillhühnchen in den Mund, "ich werde euch eine Welt bereiten, die das Leben so viel leichter machen wird, so viel reicher und so viel durchschaubarer" SCHMATZ, SCHMATZ
Die Kamera schwenkt ein Stückchen nach rechts und im Bild präsentiert sich der größte Globus der Welt aus Glas.
"Das, Kameraden, ist die Gläserne Welt!", RÜLPS, "Ihr fragt euch wie das funktionieren soll, doch, überlegt nur. Die A.G.S. Corporation wird alle internetfähigen Menschen dazu bringen ihre E-Mail Adresse auf unserem Server anzumelden und alle die kein Internet haben, werden bald vom Gesetz her dazu verpflichtet sich zu vernetzen. Dafür sorgen unsere Verbindungen in der Politik. Wenn es soweit ist, können wir alles, was über die E-Mail Adressen getätigt wird,
nachverfolgen; Einkäufe, private Nachrichten, Anfragen, Einkäufe, Amazon-Wunschlisten und Einkäufe. Wer braucht dann noch Marktforschung? Jeder Mensch ist seine eigene Marktforschung. Wir sammeln alle Daten, die wir von jedem einzelnen Menschen bekommen und erstellen Bedürfnisprofile, die wir wiederum an andere Firmen verkaufen. Was meint ihr, was so eine Datendisk Wert ist?", brabbelt er seinen ganzen Text runter, von Schildern vorgelesen, die ein unterbezahlter Student, der nach seiner Ausbildung irgendwas mit Medien machen will, hinter der Kamera hochhält. Wahrscheinlich will er aber nicht so was machen. Dabei hält der Fette eine CD ins Bild. Danach greift er beherzt ins Resthühnchen und kaut die letzten Fleischfetzen ab.
"Wenn erstmal alles verkabelt ist und wir die Welt mit unseren Maschinen infiltriert haben, werden uns keine Bedürfnisse mehr entgehen. Und wer die Wünsche der Menschen kennt, ist Gott!", ruft er und bricht symbolisch den Steißknochen des Hühnchens entzwei.
"Kennt ihr das Spiel Scharade? Bitte interpretiert mal das Bild, das ihr da seht. Was denkt ihr, wer das ist?", fragt Judith oberschlau.
"Der sieht aber nicht aus wie Boris Jelzin!", gibt Tom zu bedenken.
"Oh, mein Gott, Marlon Brando will die Weltherrschaft an sich reißen", schreie ich entsetzt.
"Und ich glaube nicht, dass der da gerade Scharade spielt!", murmelt Tom.
"Seht doch mal hin. Das ist Boris Bonebreaker!", sagt Judith, "Na, Bonebreaker, Knochenbrecher. Hallo?"
"Oh nein, es ist ein Propaganda Video!", schreit Tom.
"Wofür soll das denn bitte propagieren? Für Neumanns Geflügelhof?", schreit Judith zurück.
Wir schreien uns an, schreibe ich in mein Notizbüchlein und male kleine Herzen und lachende Kindergesichter, um mich zu entspannen.
"Boris Bonebreaker, also", sage ich, "Wo sollen wir nach ihm und der Datendisk suchen?"
"Es gibt gerade billige Flüge in die Schweiz!", wirft Tom ein.
"Wenn ich mal auf deinen trägen Gedankenzug aufspringen darf, mein lieber Mutantenfreund, dann wäre die Datendisk aber auch schon wieder irgendwo in Deutschland. Ich denke, er befindet sich hier irgendwo in einem Versteck, von wo aus er alle Fäden in der Hand hält.", gibt Judith zu bedenken.
"Nnnnneeeeyyyy", ruft es plötzlich von rechts.
Erschrocken fahren wir herum. Judith muss sich meiner Geschwindigkeit und der 180 Grad Drehung anpassen; ich halte sie in meinen Händen. Da steht ein großer, hässlicher Typ, mit ohne Haare und starrt uns verwirrt und dennoch zielstrebig an. Er strahlt absolute Gewaltbereitschaft aus.
Vor Schreckt fällt Tom in eine Embryonalstellung und steckt sich den Finger in die Nase. Der Typ kommt auf uns zugelaufen und ich sehe mich gezwungen Gewalt anzuwenden. Gott, würde ich das jetzt gern alles aufschreiben. Ich verpasse ihm mit Judith am Stiel eine Kopfnuss. Der Typ geht sofort zu Boden. Das ist so ein Moment, da denkt man einfach gar nichts. Da geht einem bloß ein kleiner Tanz durch den Kopf.
Bei genauerem Hinsehen, stelle ich fest, dass dem Typen dabei fast der Kopf abgebrochen ist und kleine, silberne Kabelstränge aus seinem Hals hervorstehen.
"Er ist ebenfalls ein Roboter, Judith", sage ich, "Das wird jetzt hart für dich sein, aber, ich glaube, du bist nicht beim spielen in die Friteuse gefallen, sondern deine Eltern haben dich absichtlich fritiert. Du bist ein Teil des Puzzles in diesem perfiden Spiel, mein Fräulein!"
"Ich wusste schon immer, dass ich irgendwie anders bin!", seufzt sie und es sieht so aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen.
Ich stimme ein Kinderlied an und nehme Tom an die Hand und fröhlich laufen wir durch das Loch in der Wand zurück in den, nennen wir ihn Flur. Judith hat sich wieder gesammelt und gibt pschscht und tschscht Laute von sich, damit ich die Klappe halte.
"Ich höre Stimmen. Da hinten ist irgend etwas!", sagt sie.
Wir schleichen uns langsam vor und kommen in einen großen, kahlen Raum, von dem zehn Gänge abgehen, die jeweils fast nur aus Türen bestehen.
"Da lang", sagt sie, "Na, los!"
"Wo ist da?", frage ich.
"Na, rechts jetzt!", pöbelt sie leise.
"Bewahre deine Kontenance. Du hast wahrlich schon genug verloren!", sage ich und wir folgen den Geräuschen.
Wir bleiben vor einer angelehnten Tür stehen und ich schicke wie immer Tom vor, um die Lage mal zu checken. Er wirft einen Blick durch den Türspalt. Mit großen Augen dreht er sich um.
"Es sind die Drahtzieher!", stößt er aus.
"Woher willst du das wissen?", fragt Judith.
"Na, guck doch selber. Die ziehen an Drähten!", sagt Tom.
Jetzt werfe ich selbst mal einen Blick hinein. Tom hat Recht. Hunderte von Männern sitzen an riesigen Maschinen und alle schleusen Drähte durch ihre Hände. Moment mal, das sind Kabel!"
Entsetzt wende ich mich den anderen beiden zu und sage, "Die wollen die ganze verdammte Welt verkabeln!"
Das ist der Moment, in dem wir wieder ein bekanntes "Nnnnneeeeyyyyy!" hören und der Typ, der sich hinter Tom aufbäumt sieht genauso aus, wie der, dem ich gerade den Kopf abgekopfnusst hatte.
Er hält ein lustiges kleines Metallstäbchen in der Hand, das rot blinkt.
"Guck mal", ruft Judith ganz begeistert, "wie das bli..." Geblitzdingst.




